Jüdische Gemeinde

Jüdische Gemeinde juden berlin

Heute gibt es auf der Welt ca. 14 Millionen Juden. Obwohl Israel der weltweit einzige jüdische Staat ist, leben nicht hier die meisten Juden, sondern in den USA.

Gegenüber den Mitgliedern anderer großer Weltreligionen sind die Juden nur eine relativ kleine Gruppe, trotzdem sind sie alles andere als homogen. Die wichtigsten Strömungen innerhalb des Judentums sind die Orthodoxie sowie das konservative und das liberale (progressive) Judentum, aber auch innerhalb dieser drei Hauptströmungen gibt es eine Vielzahl verschiedener Gruppierungen. Kennzeichnend für die Orthodoxie ist die strenge Einhaltung der jüdischen Glaubensprinzipien, wie sie geschichtlich überliefert wurden. Eine Verschärfung ist die Ultraorthodoxie. Ihre Vertreter lehnen meist weltliche Dinge völlig ab und widmen sich ganz dem Studium der Tora und des Talmuds. Manche ultraorthodoxen Juden lehnen sogar den Staat Israel ab, weil er von Menschen errichtet wurde. Nach deren Meinung kann dies jedoch nur der Messias tun.

Jüdische Gemeinden - eine große Vielfalt



Eine andere Strömung sind die Chassidim. Bei ihnen spielt vor allem die jüdische Mystik eine große Rolle. Auch liberale Juden halten sich weitgehend an die jüdischen Traditionen, ihre Regeln sind jedoch weit weniger streng. Die Beachtung der Gesetze unterliegt hier mehr der Verantwortung des Einzelnen. Das konservative Judentum steht in der Mitte zwischen Orthodoxie und liberalem Judentum.

Für die Vertreter der unterschiedlichen Strömungen des Judentums gibt es meist auch eigene Gemeinden. Besonders ausgeprägt ist dies wiederum in den USA und Israel. In Deutschland bestanden jedoch im Gegensatz dazu bis vor kurzem nur jüdische Einheitsgemeinden. Ihr Dachverband ist der Zentralrat der Juden in Deutschland. Seit einigen Jahren gibt es zusätzlich die Union progressiver Juden in Deutschland, welche als Dachverband für alle liberalen und progressiven Gemeinden dienen soll.

Wie ist eine Jüdische Gemeinde aufgebaut?

Geistlich wird eine Jüdische Gemeinde von einem Rabbiner geleitet. Die Leitung der Gottesdienste übernimmt ein Kantor (Vorbeter). Um einen Gottesdienst durchführen zu können, ist die Anwesenheit von mindestens 10 religiös volljährigen Personen nötig. Vor allem in der Orthodoxie zählen jedoch hierzu nur die Männer.



Ein Gemeindevorstand übernimmt die weltliche Leitung der Gemeinde. Er wird von den Mitgliedern gewählt. Eine Jüdische Gemeinde hat nicht nur religiöse, sondern auch soziale und karitative Aufgaben. Hierzu zählen vor allem eigene Schulen und Kindergärten, Sozialdienste, Seniorenbetreuung, Altenpflege u.a. Eine besondere Aufgabe kommt den deutschen jüdischen Gemeinden bei der Integration der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion zu. Die größte Jüdische Gemeinde in Deutschland ist Berlin mit ca. 12.000 Mitgliedern.